Informationsoffensive: Entdecke Bio-Weine aus heimischem Anbau
Ob zum Essen, beim Afterwork oder beim Treffen mit Freunden: Bestimmt hattest du schon einmal einen Bio-Wein im Glas. Doch weißt du auch, was alles dahintersteckt? Was macht einen Wein zu einem Bio-Wein? Welche Herausforderungen bringt der ökologische Weinbau für die unsere heimischen Winzerinnen und Winzer mit sich? Wie viel Handwerk und Wissen stecken in jeder Flasche? Wir zeigen dir, was deutschen Bio-Wein ausmacht!
Deutscher Bio-Wein in Zahlen
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15.800
Hektar bio-zertifizierte Rebfläche in Deutschland - das entspricht 15,5 % der Gesamtrebfläche
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1.010
weinerzeugende Betriebe in Deutschland sind ökologisch zertifiziert
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3 Jahre
dauert die Umstellung auf ökologischen Weinbau
Was macht einen Wein eigentlich zu einem Bio-Wein?
Bio ist nicht einfach nur ein Begriff auf einem Weinetikett. Damit ein Wein als Bio-Wein verkauft werden darf, müssen im Weinberg und im Keller klare Vorgaben eingehalten werden. Welche das sind, regelt die EU-Öko-Verordnung. Sie legt beispielsweise fest, welche Mittel im Weinberg eingesetzt werden dürfen und welche Verfahren bei der Weinbereitung erlaubt sind. Ob die Betriebe diese Regeln einhalten, wird mindestens einmal pro Jahr von unabhängigen Kontrollstellen überprüft.
Woran erkennst du einen Bio-Wein?
Am grünen EU-Bio-Logo mit dem weißen Blatt aus Sternen. Auf dem Etikett findest du außerdem die Nummer der zuständigen Öko-Kontrollstelle, zum Beispiel DE-ÖKO-XXX, und eine Herkunftsangabe. So kannst du nachvollziehen, woher die Trauben stammen und welche Stelle die Bio-Zertifizierung kontrolliert.
Daneben gibt es weitere Siegel von ökologischen und biodynamischen Anbauverbänden, deren Richtlinien zusätzliche Anforderungen stellen. Hier sind einige der verbreitetsten Siegel:
Bio, biodynamisch, Naturwein – worin liegt der Unterschied?
Auch diese Begriffe begegnen dir beim Blick ins Weinregal. Sie beschreiben verschiedene Anforderungen und Herangehensweisen in der Weinerzeugung. Die Unterschiede zu kennen, hilft dir, beim nächsten Weinkauf bewusster zu entscheiden!
Bio-Wein
Die Erzeugung von Bio-Wein unterliegt der verbindlichen EU-Öko-Verordnung. Im Weinberg setzen unsere Bio-Winzerinnen und -Winzer beispielsweise auf Begrünung zwischen den Rebzeilen, organische Düngung und mechanische Bodenbearbeitung. Der Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel ist dabei nicht zulässig. Auch für die Weinbereitung im Keller gelten besondere Vorgaben, etwa für önologische Verfahren. Viele Bio-Weingüter gehören darüber hinaus einem ökologischen Anbauverband wie ECOVIN, Bioland oder Naturland an und arbeiten nach dessen zusätzlichen Verbandsrichtlinien.
Biodynamischer Wein
Biologisch-dynamischer Weinbau basiert auf dem ökologischen Weinbau. Der Weinberg wird als Teil eines größeren Ganzen betrachtet, in dem Boden, Pflanzen, Tiere und Menschen in einem Kreislauf zusammenwirken. Für viele Betriebe ist die Arbeit mit biodynamischen Präparaten ein wichtiger Bestandteil der Bewirtschaftung. Diese bestehen aus pflanzlichen, mineralischen und tierischen Stoffen. Siegel wie Demeter oder respekt-BIODYN kennzeichnen entsprechende Zertifizierungen.
Naturwein
Naturwein bezeichnet Weine, die mit möglichst wenigen Eingriffen in Weinberg und Keller erzeugt werden. In der Regel erfolgt die Gärung mit natürlich vorkommenden Hefen, weitere Verarbeitungsschritte werden häufig auf ein Minimum reduziert oder ganz vermieden. Der Begriff „Naturwein“ ist jedoch nicht gesetzlich definiert und nicht an eine Zertifizierung gebunden. Ein Naturwein kann bio-zertifiziert sein, muss dies aber nicht.
Was bedeutet ökologischer Weinbau in der Praxis?
Entdecke, wie die heimischen Winzerinnen und Winzer ihren Weinberg bewirtschaften und welche Regeln bei der Weinbereitung gelten.
Erfahre mehr über ökologischen WeinbauBio-Wein: Natur und Handwerk
Was wächst da eigentlich zwischen den Rebzeilen? Warum sind Insekten im Weinberg willkommen? Und wie schützen Bio-Winzerinnen und -Winzer ihre Reben vor Krankheiten?
Auch ökologischer Weinbau bedeutet, den Weinberg aufmerksam zu beobachten und gezielt zu pflegen. Dazu gehören begrünte Rebzeilen, die Förderung der Artenvielfalt und ein bewusster Umgang mit dem Boden. Auch beim Pflanzenschutz sind Fachwissen und Fingerspitzengefühl gefragt.
Wie das konkret aussieht? Wir zeigen es dir!
Das macht Bio-Wein so besonders
Eine Flasche Wein aufmachen? Geht ganz schnell. Was vorher alles passiert, ist eine andere Geschichte! Denn hinter einem Bio-Wein stecken jede Menge Know-how und oft auch zusätzliche Arbeit. Und natürlich auch die engagierten Winzerinnen und Winzer, die ihren Weinberg mit viel Engagement bewirtschaften.
Wer das weiß, schaut beim nächsten Weinkauf vielleicht ein bisschen genauer hin und genießt den nächsten Schluck mit noch mehr Wertschätzung.
Bio-Weine sind Weine mit Weitblick
Wie können Weinerzeuger:innen ihre Reben gesund halten und schonend mit natürliche Ressourcen umgehen? Eine wichtige Rolle spielt die Bodenpflege. Begrünte Rebzeilen können beispielsweise helfen, den Boden vor Erosion zu schützen und Regenwasser besser versickern zu lassen. Bäume und Sträucher im oder am Weinberg können zusätzliche Lebensräume schaffen und das Mikroklima positiv beeinflussen.
Forschung für den ökologischen Weinbau von morgen
Wie lässt sich der Pflanzenschutz noch schonender einsetzen? Und wie können die Winzerinnen und Winzer ihre Reben mit möglichst wenig Pflanzenschutzmitteln vor Pilzkrankheiten schützen? Unter anderem daran wird in Deutschland geforscht.
Im großen Verbundprojekt VITIFIT haben Forschungseinrichtungen wie die Hochschule Geisenheim gemeinsam mit Bio-Weingütern neue Lösungen entwickelt und erprobt. Dazu gehören digitale Prognosemodelle, die mithilfe von Wetterdaten anzeigen, wann eine Pilzkrankheit zum Problem werden könnte. Auch neue Verfahren, die den Kupfereinsatz im ökologischen Weinbau verringern sollen, wurden untersucht.
PIWIs: Neue Rebsorten mit Potenzial für den ökologischen Weinbau
Schon mal von Souvignier Gris oder Cabernet Blanc gehört? Dahinter stecken sogenannte PIWIs – pilzwiderstandsfähige Rebsorten. Sie sind durch klassische Kreuzungszüchtung entstanden Dank ihrer erhöhten Widerstandsfähigkeit gegenüber bestimmten Pilzkrankheiten benötigen sie häufig deutlich weniger Pflanzenschutzbehandlungen als herkömmliche Rebsorten. Das bedeutet weniger Fahrten mit dem Traktor, weniger Kraftstoffverbrauch und weniger Arbeitsaufwand im Weinberg.
Gerade unsere ökologisch arbeitenden Winzerinnen und Winzer sind PIWIs deshalb so interessant. Und auch im Glas gibt es für dich Neues zu entdecken, denn Bio-Weine aus PIWI-Rebsorten bringen eigene Aromen und Geschmacksprofile mit sich!
Häufige Fragen zu Bio-Wein
Fruchtig, würzig, filigran oder kräftig? Die heimischen Bio-Weine, von Weißwein über Rosé bis Rotwein, bieten eine enorme geschmackliche Vielfalt! Wie ein Bio-Wein schmeckt, hängt vor allem von der Rebsorte, der Herkunft, dem Jahrgang und der Arbeit im Weinkeller ab. Einen einheitlichen Bio-Geschmack gibt es nicht.
Nein, nicht unbedingt. Auch bei Bio-Wein können tierische Verarbeitungshilfsstoffe zum Einsatz kommen, beispielsweise um den Wein zu klären. Diese verbleiben aber nicht im Wein, sondern binden die Trubstoffe und werden nach dem Prozess wieder entfernt. Setzt ein Weingut auf einen veganen Ausbau, werden die Weine beispielsweise mit Hilfe von Erbsenprotein geklärt. Du suchst einen veganen Bio-Wein? Achte auf eine entsprechende Kennzeichnung auf der Flasche.
Ja, auch Bio-Wein kann Sulfite enthalten. Sie entstehen zum Teil ganz natürlich bei der Gärung und können zusätzlich eingesetzt werden, um den Wein zu stabilisieren und haltbar zu machen. Wie auch für konventionelle Weine, gelten auch für ökologisch erzeugte Weine gelten laut EU-Öko-Verordnung gesetzlich festgelegte Höchstmengen, die je nach Weinart und Restzuckergehalt variieren.
Ja. Manche Weinerzeuger:innen verzichten bei der Weinbereitung bewusst auf die Zugabe von Schwefeldioxid. Ganz ohne Sulfite ist der Wein deshalb aber nicht unbedingt: Kleine Mengen können auch während der Gärung entstehen. Achte auf die Angabe „ohne zugesetzte Sulfite“.
Bio-Wein lässt sich ganz wunderbar lagern, wenn man dabei auf folgende Punkte achtet: Der Wein sollte möglichst kühl, dunkel und bei gleichbleibender Temperatur aufbewahrt werden.
Ob ein Wein jung getrunken werden sollte oder einige Jahre reifen kann, hängt unter anderem von der Rebsorte, dem Weinstil und der Weinbereitung ab.
Na klar! Auch für die Herstellung von Sekt und anderen Schaumweinen können ökologisch erzeugte Trauben verwendet werden. Damit ein heimischer Sekt als Bio-Sekt bezeichnet werden darf, muss auch seine Herstellung den Vorgaben der EU-Öko-Verordnung entsprechen.
Ja, es gibt auch Bio-Weine, die entalkoholisiert sind. Auch hier müssen sowohl die Trauben als auch die Weinbereitung der geltenden EU-Öko-Verordnung entsprechen. Ob ein Produkt entsprechend zertifiziert ist, erkennst du auch bei entalkoholisierten Weinen an der Bio-Kennzeichnung.
Du möchtest einfach mal herausfinden, welche Weine dir gefallen? Bei der Deutschen Bio-Wein Experience kannst du Bio-Weine kennenlernen – beispielsweise bei Verkostungen im Handel, an Infoständen oder auf Messen. Schau vorbei und entdecke deinen nächsten Lieblingswein!
Bio-Wein erleben und probieren: Die „Deutsche Bio-Wein Experience“
Neugierig geworden? Dann wird es Zeit, deutsche Bio-Weine selbst zu entdecken! Im Rahmen der „Deutschen Bio-Wein Experience“ hast du die Gelegenheit, Bio-Weine verschiedener Weingüter zu probieren, Fragen zu stellen und mehr über die Menschen und die Arbeit dahinter zu erfahren.
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